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22.11.2017 : 12:15




Amaryllis

Die Wunderzwiebel

Zu den schönsten, ausdrucksstärksten und prächtigsten Winterblühern gehört ohne Zweifel Hippeastrum-Hybriden, besser bekannt unter Amaryllis oder Ritterstern. Diese Topf- und Schnittblume mit den riesigen Blütenkelchen hat in den vergangenen Jahren einen ungeheuren Siegeszug angetreten. Früher kamen die Rittersterne generell namenlos unter der Sammelbezeichnung Hippeastrum gracilis in den Handel, heute sind sie mit wohlklingenden Sortennamen wie 'Scarlet Baby' (rot), 'Amoretta' (rosa), 'Nymphe' (weiß mit Sprenkeln) oder 'Limon Lime' (gelbgrün) bedacht. Eine wahre Blütenpracht, die von Oktober bis Mai den Blumengroßmarkt belebt ... ihre Hochzeit aber immer im Weihnachtsmonat erlebt.

Alljährlich ab Ende Oktober, Anfang November geben die Hippeastrum ihre Galavorstellung auf bundesdeutschen Fensterbänken. Wenn es draußen trist und grau ist, entfalten sie drinnen, im Warmen, ihre riesigen weißen, rosaroten, orangefarbenen, grünlichen oder leuchtendroten Blütenkelche. Manchmal stehen mehrere der dicken Blütenschäfte nebeneinander in Blüte, andere blühen hübsch der Reihe nach. In sechs bis acht Wochen entwickelt sich dieses Blütenwunder aus der dicken Amarylliszwiebel.

So wird gepflanzt: Die Riesenzwiebeln werden bei normalen Zimmertemperaturen einzeln in saubere Töpfe gepflanzt, die nicht viel größer sind als die Zwiebeln selbst. Eine Faustregel besagt, dass der Abstand zwischen Zwiebel und Topfrand nur eine Daumenbreite betragen soll. Die Zwiebel wird nun so in das Substrat gesetzt, dass gut die Hälfte der Zwiebel aus der Erde herausschaut. Wichtig ist, dass beim Pflanzen die starken Wurzeln unversehrt bleiben. Die Zwiebel kann in normale Blumenerde genauso wie in Hydrokultur wachsen. Letzteres hat den Vorteil, dass man hier die Trockenphase der Pflanze, zur Vorbereitung auf die Blüte im nächsten Jahr, ganz einfach gestalten kann.

Gleich nach dem Einpflanzen wird mit lauwarmem Wasser gegossen. Bereits nach einigen Tagen erscheint aus der Zwiebelmitte eine dicke Knospe. In wenigen Wochen ist der dicke Schaft aus der Zwiebel herausgetrieben und die Hippeastrum entfaltet über Wochen ihr ganzes Blütenwunder. Bitte beachten: Erst während der Blüte wird die Pflanze einmal wöchentlich gedüngt.

Nach der Blüte: Die Entwicklung der Blätter geschieht meistens erst mit oder nach der Blüte. Ein heller, sonniger Standort unterstützt das Gedeihen. Die Blätter müssen kräftig wachsen, dabei kann die Pflanze gut an geschützter Stelle auf dem Balkon oder im Garten stehen. Bis Anfang August wird regelmäßig gedüngt, und dann beginnt die Reifephase der Zwiebel: Von Ende August / Anfang September überlässt man die Zwiebel sich selbst. Sie wird nicht mehr gegossen, nicht mehr gedüngt. Nach und nach sterben die im Sommer kräftig gewordenen Blätter ab und versorgen die Zwiebel mit Saft und Kraft. Diese wird in der sommerlichen Ruhezeit immer dicker, bis sie schließlich nach drei Monaten wieder neue Knospen treibt. Dann wird wieder gegossen und die Blütezeit beginnt von neuem.

Tipp: Verblühtes immer entfernen, damit sich keine Samen bilden, deren Entwicklung der Pflanze unnötig Kraft kostet. Der Blütenschaft bleibt stehen, bis er welkt und wird dann entfernt. Große Blüten brauchen oft künstlichen Halt, damit sie durch ihre dicken Blüten kein Übergewicht bekommen.

Rittersterne im Schnitt: Nicht nur die Topfpflanze erfreut sich großer Beliebtheit, auch Rittersterne im Schnitt werden von vielen Verbrauchern gern gekauft. Mit einer Haltbarkeit von 12 bis 15 Tagen gehört diese Blume zu den besonders "langlebigen" blumigen Produkten. Qualitätsware ist sowohl an der idealen Schnittreife (die Blütenknospen zeigen gut Farbe, sind aber noch nicht geöffnet) zu erkennen als auch am festen Blütenschaft.

Die Stiele des Rittersterns sind hohl. Damit ein Quetschen beim Binden vermieden wird, kann ein Splitstab in den Schaft eingeführt werden. Diesen am Ende mit Watte oder ähnlichem wasseraufsaugendem Material umwickeln. Dieser technische Kniff mindert die Druckempfindlichkeit.

Besondere Pflegemaßnahmen sind bei dieser Schnittblumen erforderlich. So muss die Schnittstelle in diesem Fall gerade angeschnitten und etwa einen Zentimeter über der Schnittstelle mit Bast abgebunden werden, damit der Stiel nicht ausrollt. Noch eine Besonderheit, auf die der Kunde beim Kauf hingewiesen werden sollte: Der Blütenstaub von Hippeastrum-Hybriden hinterlässt Verschmutzungen auf Textilien, ähnlich wie bei Lilien. Man sollte daher die Staubgefäße besser entfernen.

Inkognito: Der wunderschöne "Winter"blüher mit den Riesenblüten ist allgemein unter dem deutschen Namen "Ritterstern" oder "Amaryllis" bekannt. Aber eigentlich ist der Ritterstern gar keine Amaryllis. Sein korrekter Name lautet Hippeastrum-Hybriden. Die "echte" Amaryllis, A. bella-donna, segelt ebenfalls unter falschem Namen und wird allenthalben Belladonnalilie genannt.

Amaryllis botanisch: Die Amaryllis, botanisch korrekt Hippeastrum-Hybriden, gehört zur Famlilie Amaryllidaceae. Die Urformen unseres Kultur-Ritterstern stammt aus den Anden von Peru. Es handelt sich um eine Zwiebelpflanze mit langen linealischen Blättern, röhrigem Schaft und endständig doldigem Blütenstand mit zwei bis sechs Blüten in weiß, rosa, scharlachrot, dunkelrot - zum Teil gestreift und gefleckt. Die Gewächse erreichen eine Höhe von 60 bis 100 Zentimetern.

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