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20.11.2017 : 8:43




Campanula

Summer bells

Campanula, die zarten, reich blühenden Glockenblumen, gehören zu den wenigen "echten" auf dem Blumengroßmarkt angebotnenen Sommerblühern. Sie zählen noch nicht zum Ganzjahressortiment und haben daher für die Verbraucher einen ganz besonderen Wert. Glockenblumen sind - wie viele andere Sommerblumen - etwas empfindlich und bedürfen einer schonenden Behandlung. Sie ist nicht nur als Schnittblume, sondern auch als In- und Outdoorpflanze sehr gefragt.

Glockenblumen im Schnitt: Vier Campanula-Arten sind als Schnittblumen besonders geeignet.

Campanula glomerata, die Knäuelglockenblume, ist in Europa, dem Kaukasus und im Iran beheimatet. Die Staude mit polsterartiger Ausbreitung besitzt grundständige, eiförmige sowie länglich, gezähnte und behaarte Stängelblätter. Auf aufrechten Trieben bilden sich endständig eng stehende Blütenstände aus den oberen Blattachseln. Die blauviolettfarbenen Blüten werden von Mai bis September gehandelt. Beim Schnitt sollten einige Blüten bereits geöffnet sein. Die Haltbarkeit beträgt (für Sommerblumen durchaus übliche) vier bis sieben Tage. Eine Kühllagerung ist möglich. Besondere Pflegetipps für den Handel: Schnittblumen in warmes Wasser einstellen, eventuell zuerst kurz in heißes Wasser. Benötigt viel Wasser. Der Verbraucher sollte regelmäßig einzelne verblühende Blüten entfernen.

Die Marienglockenblume (Campanula medium) ist in Nord- bis Mittelitalien und Südostfrankreich Zuhause. Campanula-Freunde halten sie für die schönste aller Glockenblumen. C. medium ist eine echte zweijährige Pflanze mit straffem, aufrechtem bis 80 Zentimeter hohem Wuchs, lanzettlichen, weichen Blättern und einem traubigen Blütenstand mit hängenden Glockenblüten in weiß, rosa oder dunkelblau. Schnittreif sind Marienglockenblumen, wenn die Blütenknospen ausgefärbt und entwickelt, aber noch nicht geöffnet sind. Die Haltbarkeit ist mit 8 bis 14 Tagen hervorragend. Vorsicht, die Blüten vertragen keine lange Lagerung und neigen zu Fäulnis. Pflegetipps für den Handel: Möglichst viele Verdunstungsflächen (Blätter) entfernen und verholzte Stiele gut anschneiden. Die Seitentriebe eignen sich ideal für kleine, feine Bindereien. Die Knospen öffnen sich fast alle.

Campanula persicifolia (Pfirsichblättrige Glockenblume) ist auf dem Balkan beheimatet. Diese Staude erfreut mit zierlich aufrechtem Wuchs, spatelförmigen Blättern und endständig traubigen bis rispigen Blütenständen mit weit geöffneten Glockenblüten in weiß oder blau. C. persicifolia ist schnittreif, wenn die Blütenknospen gut ausgefärbt und entwickelt, aber noch nicht geöffnet sind. Die Haltbarkeit beträgt auch hier 10 bis 14 Tage. Besondere Pflegetipps für den Handel: Verholzte Blütenstiele aufschlitzen und die Schnittstellen schräg anschneiden.

Bleibt Campanula pyramidalis, die Pyramidenglockenblume. Sie stammt aus Norditalien und dem Nordwestbalkan. Die zwei- bis dreijährige Pflanze besitzt große, länglich-eirunde, grüne Blätter an der Basis. An den Blütentrieben sind sie kleiner und herzförmig. An starken und schlanken Trieben bilden sich lange, rispige Blütenstände in hellblau, hellviolett oder weiß. Diese Glockenblume wird von April bis November angeboten. Sie ist schnittreif, wenn die Blütenknospen gut ausgefärbt und entwickelt und unten nur wenige geöffnet sind. Die Haltbarkeit beträgt 8 bis 14 Tage.

Sommerglocken im Topf: Glockenblumen zählen nicht nur zur den beliebtesten Schnittblumen der warmen Jahreszeit, sie sind auch als zartfarbige sommerblühende In- und Outdoor-Pflanzen durchaus gefragt. Im Freien schätzt die arten-, formen- und farbenreiche Gattung Campanula einen humusreichen Boden und einen sonnigen Standort. Die Wuchshöhen liegen zwischen 10 Zentimeter (etwa C. pusilla) und über einem Meter (beispielsweise C. latifolia 'Alba', C. persicifolia 'Grandiflora Alba'). Im und am Haus (im Sommer auf dem Balkon, über den Winter in einem kühlen, jedoch frostfreien Raum) lassen sich besonders gut Campanula isophylla mayi (mit himmelblauen Blüten) oder C. isophylla mayi alba (weißblühend) sowie die zierlich rankende Campanula fragilis mit ihrer hellblauen Sternblütenpracht als Topf-, Kasten- oder Ampelpflanzen kultivieren. Frische Luft ist wichtig, Zugluft schädlich. Die Pflanzen akzeptieren problemlos "hartes" Leitungswasser.

Bis in den Spätsommer hinein gehört Campanula isophylla zum Topfpflanzenangebot. Ihre Heimat ist Italien. Sie sollte so hell wie möglich, jedoch vor kräftigem Mittagssonnenlicht geschützt, stehen. C. isophylla verträgt in der Regel "normale" Zimmertemperatur, mag es aber auch gern etwas kühler. Pflegetipps für den Kunden: (Stau-)Nässe vermeiden, Pflanze kühl und feucht überwintern und zurückschneiden, so dass die Bodentriebe austreiben. Campanula isophylla ist anfällig für Spinnmilben, Thripse, Botrytis und Ascochyta-Blattflecken.

Campanula botanisch: Auffallendes Kennzeichen dieser Sommerblume (aus der Familie Campanulaceae) sind die glockenähnlichen Einzelblüten, die in Ähren, Trauben oder Büscheln zusammenstehen. Die Blätter sind wechselständig, und nach der Blüte bildet sich eine Kapselfrucht. Es gibt rund 20 heimische Arten, die in den Alpen, auf Wiesen und Trockenrasen bis hin zu schattigen Standorten in Mischwäldern gedeihen. Botaniker teilen die Glockenblumen ihrem Erscheinungsbild in drei Gruppen ein:

  • niedrige Glockenblumen - Pflanzen für Steinanlagen; in der Mehrzahl wüchsige Polsterstauden
  • hohe Glockenblumen - Pflanzen, die sich in Verbindung mit Gehölzen oder als Beetstaude verwenden lassen (etwa C. glomerata, C. persicifolia)
  • sonstige Glockenblumen - anspruchslose Zweijahresblume mit vielseitiger Verwendung (etwa C. medium, C. pyramidalis)

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