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22.11.2017 : 17:53






Helloborus

Es ist ein Ros' entsprungen ...

Die Christrose (Helleborus) ist seit Jahrhunderten in unseren Breiten bekannt. Sie ist umgeben von Geheimnis und Zauber. Vielleicht auch deshalb, weil die Menschen schon früh die Wirkung der Blätter und Wurzeln erkannten. Helleborus ist eine der ganz wenigen echten Saisonpflanzen mit Kultcharakter. Besonders zum Weihnachtsfest und zu Silvester werden sie als Pflanze oder Schnittblumen gern verschenkt.

Für den gärtnerischen Anbau der Christrosen sind nur wenige Arten geeignet. Die Massenvermehrung ist bisher im großen Stil noch nicht gelungen. Dadurch steigert sich natürlich der Wert. Eine diffizile und langwierige Pflanzenauslese sichert gärtnerischen Kulturerfolg. Das Ergebnis der vielen Arbeit zeigt sich nach elf Monaten Kulturzeit in einer fast unbeschreiblichen Blütenvielfalt.

Die Christrose, seit dem Altertum als Arzneipflanze bekannt, ist so etwas wie ein botanisches Wunder. Für Gärtner eine interessante, wenn auch knifflige Kultur, da sich der Erfolg nicht genau steuern lässt - wie beispielsweise bei Rosen. Probleme kann es mit dem "Wurzelbohrer" geben. Dieser Hauptschädling lässt sich seit einigen Jahren biologisch mit Nützlingen wie beispielsweise räuberischen Nematoden in den Griff bekommen.

Nach Teilung der Pflanzen, wenn die Bildung neuer Wurzeln einsetzt (je nach Witterungsverlauf im Mai oder Juni) werden sie ins Freiland gepflanzt. Erst zur Blütezeit werden die Christrosen überdacht und durch Wärme in ihrer Vegetation unterstützt. Zunächst erlebt die Pflanze einen Blattschub, je nach Temperatur zwischen März und April, dann einen Wurzelschub (Mai, Juni), dann wieder einen Blattschub im August. Im darauf folgenden Monat sind wieder die Wurzeln dran. Dann ist es endlich soweit: Die Blüten treiben aus - inzwischen sind die letzten vier Wochen des Jahres angebrochen.

Helleborus im Garten: Die geheimnisvollen Winterblüher bevorzugen im Garten einen schattigen Platz, wenn möglich auch gern unter einem lichten Laubbaum. Lehmig humoser Boden und ausreichend Feuchtigkeit sind Garanten für blühwillige Pflanzen. Wesentlich für das Gedeihen der Christrosen im Garten ist, dass man sie dort stehen lässt, wo sie einmal eingepflanzt wurden. Lässt man ihnen ihre Ruhe, können diese Stauden uralt und von Jahr zu Jahr üppiger und wertvoller werden.

Wenn die Vegetation der anderen Pflanzen im winterlichen Garten ruht, zeigen sich die Christrose mit ihren immergrünen, gelappten Blättern. Hier und da brechen nach den ersten Frösten bereits einzelne Blüten aus dem Boden. Neben der wohlbekannten früh blühenden, großblütigen Helleborus niger, lässt sich auch die Orientalische Christrose Helleborus orientalis in vielen Gärten finden.

Die Stammart ist auf kalkhaltigen Böden in den Bergregionen Europas (Alpen, Karpaten, Apenninen) beheimatet. Auf Grund ihres schwarzbraunen Wurzelstockes heißt die Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse auch Schwarze Nieswurz. Sie bevorzugt einen durchlässigen Boden und vor allem wenig Dünger.

Weihnachtssymbol: Die Nachfrage an Christrosen hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, denn sie gehören inzwischen unbestritten für viele Familien ganz traditionell zur Advents- und Weihnachtszeit. Die auf dem Blumengroßmarkt angebotenen Sorten variieren in der Blütenfarbe vom dunklen Purpurviolett über Rosa, Gelbgrün bis zum zarten Weiß, und manche Blüten sind auffällig purpurn gepunktet. Es gibt viel winterliches Beiwerk, das die Christrose schmücken könnte. Doch weniger ist auch hier mehr, um die einzelnen Blüten und Knospen wirken zu lassen.

Wenn die Staubgefäße zu stäuben beginnen, ist der richtige Schnittzeitpunkt der Christrosen. Um die Haltbarkeit der weich stieligen Blumen zu verbessern, ritzen einige Floristen die unteren Stielenden zwei bis drei Zentimeter vorsichtig mit einem scharfen Messer ein, andere schwören auf "Frischhaltemittel" und geben eine halbe Prise davon ins Vasenwasser. Die zart blühenden Kostbarkeiten der Natur bringen Wärme in unsere Seele, und deshalb sollten die Christrosen so lange wie möglich halten - nicht nur in der Erinnerung.

Helleborus botanisch: Der botanische Name der Christrose stammt aus dem altgriechischen helein = töten und bora = Nahrung abgeleitet = Helleborus. Es gibt rund 20 botanische Arten, die in Mitteleuropa, im Mittelmeergebiet und in Ostasien beheimatet sind. Die meisten der Christrosen blühen in unseren Gärten im zeitigen Frühjahr. Die Staude mit verdicktem Wurzelstock hat fingerförmig geteilte, grundständige Blätter. Auf dicken Schäften sitzen ein bis drei einseitig gewendete Blüten. Die Pflanze wird 20 bis 30 Zentimeter hoch.

Zaubermacht: Seit dem Altertum hat die Christrose eine wichtige Bedeutung als Heil-, Gift- und Zauberpflanze. Sie diente vor allem zur Heilung des Wahnsinns, der durch Dämonen verursacht wurde. Den Wurzeln der Christrose wurde Zaubermacht zugesprochen. Wer sie bei sich trug, dem waren ewige Jugend und Schutz vor Krankheiten, vor allem Wassersucht, gewiss. Damit sie ihre Wunderkraft auch tatsächlich behielt, musste sie insgeheim aus der Erde ausgegraben werden.

Vorsicht Gift: Die Nieswurz ist ein Pflanze, die jeden vergiftet, der sie isst. Ihr Gift ähnelt dem der übrigen zu den Ranunculaceae gehörenden Pflanzengattungen. Hahnenfußgewächse sind in allen Pflanzenteilen giftig, am meisten aber in den Wurzeln. Diese stinken widerlich und schmecken stark brennend. Sie ruft Krämpfe, Atemstörungen und Herzschwäche hervor.

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