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19.11.2017 : 13:16


Narzissen

Frühlingskult

Neben den Tulpen zählen die Narzissen zu den Trendblumen des Frühlings. In England haben sie längst Kultstatus erreicht, und auch in Deutschland ist ein Osterfest ohne diese Zwiebelblüher undenkbar. Auf dem Blumengroßmarkt werden diese Schnittblumen im ersten Quartal eines Jahres gehandelt ? das Osterfest ist jeweils die Deadline.

Wie bei vielen anderen Blumen rankt sich auch eine Legende um die Entstehung der Osterglocken. In der griechischen Sage ist folgendes nachzulesen: Der Jüngling Narziss war so schön, dass er nur sich selbst liebte. Weil er sein eigenes Spiegelbild im Wasser umschlingen wollte, ertrank er. Auf seinem Grab erblühte eine Blume, strahlend schön und duftend - eine Narzisse. Der Name bedeutet "ich betäube". Der schöne griechische Jüngling betäubte die Damenwelt, die Blume tut das mit ihrem lähmenden Gift. Es steckt in ihren Zwiebeln wie in denen aller anderen Amaryllisgewächse auch.

Arten- und Sortenvielfalt: Inzwischen gibt es gut 20.000 verschiedene Sorten, Arten und Hybriden, die Botaniker in zwölf Klassen eingeteilt haben. Die Nachkommen des Jünglings Narziss wurden durch den Fleiß und Ideenreichtum der Züchter zu einer kaum überschaubaren Menge. Auf dem Blumengroßmarkt angeboten und für den Blumenfachhandel interessant sind vor allem Narcissus pseudenarcissus, die Osterglocke oder Trompetennarzisse, Narcissus x incomparabilis, die Schalen-Narzisse, Narcissus peoticus ssp. poeticus, die Dichter-Narzisse, und Narcissus tazetta ssp. tazetta, die Tazette oder Mehrblütige Narzisse.

Narcissus pseudonarcissus, die Kultblume der Osterzeit, stammt ursprünglich aus Südwesteuropa. Die Zwiebelpflanze mit linealischen Blättern und zweikantigem Schaft besitzt eine endständige Einzelblüte mit großer, glockiger Krone. Es gibt gelbe, weiße, rosa- und orangefarbene Sorten, teilweise mit anders farbiger Trompete. Es gibt einfach- und gefüllt blühende Sorten. Ihre natürliche Blütezeit liegt zwischen März und April. Durch Frühtreiberei im Gewächshaus ist Narcissus pseudonarcissus ab Dezember bis Ostern im Handel. Ihre Schnittreife hat sie erreicht, wenn die schützende Knospenhaut geplatzt ist und die Blütenknospe gut Farbe zeit, aber noch geschlossen ist. Je nach Temperatur beträgt die Haltbarkeit acht bis zwölf Tage.

Narcissus poeticus, die Dichter-Narzisse, ist in Mittel- bis Südeuropa beheimatet. Auf einem zweikantigen Blütenschaft sitzt die seitlich geneigte Blüte mit sechs weißen Blütenblättern und einer roten, sehr kurzen Krone. Ihre Schnittreife liegt vor dem Öffnen der Blütenkrone. Die Haltbarkeit beträgt etwa 10 bis 14 Tage.

Narcissus x incomparabilis, die Schalen-Narzisse, ist eine Kreuzung zwischen N. poeticus und N. pseudonarcissus. Ihre weiße, gelbe oder rosafarbene, teilweise zweifarbige Blüte weist eine verkürzte Krone auf. Erhältlich ist diese Narzissenart von Dezember bis Ostern. Ihre Haltbarkeit beträgt durchschnittlich 7 bis 14 Tage.

Narcissus tazetta, die Tazette oder Mehrblütige Narzisse, ist in den Mittelmeerländern beheimatet. Auf dem Schaft sitzt ein doldiger Blütenstand mit drei bis fünf kleinen Blüten in weiß oder gelb, teilweise mit anders farbiger Krone. Es gibt einfache und gefüllt blühende Sorten. Die bekannteste ist sicherlich 'Tête-á-Tête". Erhältlich sind Tazetten von Dezember bis Mai. Auch diese Art sollte vor dem Aufblühen geschnitten werden. Ihre Haltbarkeit beträgt sieben bis zehn Tage.

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