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21.11.2017 : 22:19






Phalaenopsis

Orchideenträume

Orchideen zählen zu den besonders geschätzten Pflanzen. Seit einigen Jahren führen sie die Top-Ten der blühenden Zimmerpflanzen an. Besonders beliebt sind Arten mit weißen, weißgrünen, weißgelben, creme-, violett- und bordeauxfarbenen ausdrucksstarken Blüten. Eine der schönsten ist die Phalaenopsis, auch Malaienblume oder Falterorchidee genannt.

Die Phalaenopsis ist in Indien, Südostasien, auf den Philippinen und in Nord-Australien beheimatet. Ihr Name stammt aus dem Griechischen. "Phalaina" bedeutet Motte und "Opsis" heißt ähnlich, aussehen wie. Es soll wohl eine Anspielung auf die vorwiegend weiße Färbung einiger Arten sein.

Auf dem Blumengroßmarkt werden weiße, violett- und mehrfarbige Phalaenopsis-Hybriden als Schnittware angeboten. Bei dieser Orchidee ist nicht nur die Blüte eine Zierde, auch das Blatt kann sich sehen lassen. Phalaenopsis schilleriana etwa bezaubert durch ihre fast einen halben Meter langen, elliptischen Blätter mit einer Silbermarmorierung auf der Oberseite ebenso wie durch ihre zarten, duftenden Blütenrispen.

Haltbarkeit: Phalaenopsis im Schnitt reagieren (wie alle Orchideen) empfindlich auf Temperaturschwankungen. Sie können am besten bei 8 bis 10 Grad Celsius gelagert werden. Äthylenquellen (reifes Obst, Zigarettenrauch, Abgase) schaden ihnen beträchtlich. Vermeiden sollte man Zugluft und pralle Sonneneinstrahlung.

Die Entwicklung der Knospen und die Blütenhaltbarkeit werden durch Zuckerlösungen gefördert. Je jünger die Blüten sind, desto eindeutiger ist die Haltbarkeitsverlängerung. Während Chrysal nur eine schwache Wirkung zeigt, hat sich die Kombination von Crysal VB (zwei Milliliter pro Liter) und Zucker (30 Gramm pro Liter) als sehr effektiv erwiesen.

Phalaenopsis im Topf: Drei Hauptgruppen bestimmen das Topforchideen-Angebot: Cymbidium, Phalaenopsis und "Sonstige Orchideen" mit Paphiopedilum als wichtigste Pflanze. Alle drei Gruppen haben in den vergangenen zwei, drei Jahren im Handel stark zugenommen.

Phalaenopsis-Töpfe sind das ganze Jahr über erhältlich. Diese Orchideenart wird nach Länge der Stiele und Anzahl der Knospen sortiert und kommt anschließend in gemischten Partien in den Handel. Hüllen schützen die empfindlichen Blüten während des Transports. Für alle Orchideen gilt: Vorsicht in den kalten Monaten. Orchideenpflanzen vertragen keine Temperaturen unter 15 Grad Celsius und schätzen einen hellen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Pflege: Wer Orchideen gekonnt stiefmütterlich vernachlässigt, diese nicht verhätschelt und genügen Geduld aufbringt, wird von Jahr zu Jahr über Jahrzehnte immer faszinierter von ihnen sein. Phalaenopsis lieben beispielsweise die Wärme der Heizung.

Phalaenopsis benötigt, wie die meisten anderen Orchideen auch, wenig oder - noch genauer - sehr wenig Wasser. Orchideen in Zimmerkultur haben im allgemeinen keine Ruhephase und blühen und wachsen deshalb das ganze Jahr über. Das im Topf stehende Wurzelwerk benötigt viel Luft und sollte bevorzugt in groben Substraten aus Rinde und Kokosfasern stehen. Wer hin und wieder mal das gesamte Wurzelwerk gründlich in nicht zu kaltes Wasser taucht, muss wochenlang wirklich nicht mehr gießen.

Häufige Pflegefehler

Die Wurzeln faulen.
Es wurde zuviel gegossen, der Wurzelballen muss zwischendurch abtrocknen.

Die Pflanze wächst nicht; die Blätter sind schlaff.
Es wurde zuwenig gegossen, oder die Pflanze steht zu kühl. Möglicherweise wurde sie auch zur falschen Zeit verpflanzt. Man darf erst umtopfen, wenn neue Wurzeln erscheinen.

Die Wurzelspitzen sind trocken und braun, obwohl der Wurzelballen feucht ist.
Es wurde zuviel gedüngt; die Folge ist eine Versalzung der Pflanze.

Brandflecken auf den Blättern.
Die Blätter waren der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Schlaffe, angewelkte Blätter an warmen Tagen.
Die Luftfeuchtigkeit war zu gering. Die Pflanze samt Wurzelballen für einige Stunden in warmes Wasser tauchen.

Pflanzen für "Anfänger"

  • Phalaenopsis amabilis - weißblütig, Blütenstand etwa 80 Zentimeter lang; Blütezeit von Oktober bis Juli
  • Phalaenopsis cornu-cervi - blüht gelb bis gelbgrün, rotbraun gefleckt an einem 25 Zentemeter langen Blütenstand von April bis Oktober
  • Phalaenopsis equestris - blüht zartrosa, rotbraun bis karminviolett gepunktet von Mai bis Oktober
  • Phalaenopsis lueddemanniana - blüht rosa- bis cremefarben, Fleckung karminfarben an 50 Zentemeter langen Blütenständen von April bis Oktober
  • Phalaenopsis mannii - blüht gelb-grün, braun gefleckt an 20 Zentimeter langen Blütenständen von März bis Juli
  • Phalaenopsis mariae - weißblühend, stark rotbraun gefleckt an 40 Zentimeter langen Blütenständen von Juni bis September
  • Phalaenopsis sanderiana - blüht rosa-karminfarben an bis zu 90 Zentimeter langen Blütenständen von Dezember bis Juli
  • Phalaenopsis schilleriana - blüht rosafarben mit karminbrauner Zeichnung an bis zu 80 Zentimeter langen Blütenständen von Novenber bis März
  • Phalaenopsis stuartiana - blüht weiß mit gelb-orangefarbenen Flecken an bis 80 Zentimeter langen Blütenständen von November bis März
  • Phalaenopsis sumatrana - blüht grüngelblich mit karaminrot bis braunen Flecken an 20 Zentimeter langen Blütenständen von August bis November
  • Phalaenopsis violacea - blüht grünlichweiß bis gelb mit Karminrot von Juni bis November

Rekorde: Gäbe es eine Rubik "Blumen" im Guinness Buch der Rekorde, so wären Orchideen dort sicherlich mehrfach vertreten. Sie sind die größten (bis zu viereinhalb Meter) oder die (fast) kleinsten Blütenpflanzen. Es sind die in den verschiedenen Erdteilen am weitesten verbreiteten, vielseitigsten und kompliziertesten Blumen. Keine andere hat auch nur annähernd so viele Gattungen (etwa 700), Arten (mindestens 25.000) und noch viel mehr Hybriden. Orchideen sind die vielleicht schönsten (das ist Geschmackssache), bestimmt aber die kostbarsten Blüten unserer Erde.

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