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20.11.2017 : 10:43




Physalis

Leuchtende Lampions

Früchte und Fruchtzweige haben im Herbst und Winter Hochsaison. Verbraucher, die auf "Natur pur" stehen, schätzen auch in den kühlen und kalten Monaten eher die Farbigkeit und Ausdruckskraft von Früchten und Fruchtzweigen als die industriell gefertigter Accessoires. Zu den dekorativsten Herbstfrüchten aus dem Sortiment des Blumengroßmarktes gehört Physalis alkekengi, die Lampionblume.

Orange hat sich von einer Trendfarbe zum Klassiker entwickelt. Ein Grund, warum Physalis stark nachgefragt wird. Die leuchtend orangefarbene, lampionartige Blütenhülle ist ein wahrer "Leckerbissen" für florale Gestalter. Ab August bis etwa Ende Oktober werden die Fruchtstände "frisch" angeboten, danach sind sie getrocknet in unveränderter Farbenpracht erhältlich.

Physalis botanisch: Die Lampionblume, eine interessante Staude aus der Familie der Solanaceae wird auch als dekoratives Element im Outdoorbereich von Gartenfreunden wiederentdeckt. Jahrelang fand sie als so genannte "Omapflanze" kaum Akzeptanz. Aber: Floristik und Gärten unterliegen modischen Trends - und zur Zeit ist "Altes" halt wieder "in".

Die 80 bis 100 Zentimeter hohe Pflanze ist in Europa bis Westasien beheimatet. In wärmeren Gegenden wird sie oft als lästiges "Unkraut" angesehen und ist wegen ihrer starken Rhizombildung aus vielen Hausgärten entfernt worden. Physalis wird heute nicht nur wegen ihrer Wuchsform und der Farben der Früchte geschätzt, sondern auch wegen der dekorativen Weiterverwendung der überwiegend orangefarbenen Lampions.

Übrigens: Die auf dem Blumengroßmarkt angebotenen Lampionblumen, Physalis alkenkengi, sind nicht essbar, aber auch nicht giftig. Die gelbe Beere ihrer südamerikanischen Verwandten, der Physalis peruviana, hingegen ist äußerst schmackhaft und wird im Spätsommer bis in den Herbst hinein auf Wochenmärkten als frische fruchtige Delikatesse angeboten.

Physalis-Kultur: Der Kulturverlauf der alten indianischen Nutzpflanze Physalis entspricht weitgehend dem von Tomaten. Im Januar wird Physalis alkekengi als Einjährige ausgesät, die Temperatur sollte um 22 bis 23 Grad Celsius liegen. Als Lichtkeimer benötigt die Pflanze einen besonders hellen Standort. Die Saat läuft leider sehr unregelmäßig auf, man muss oft bis zu acht Wochen auf den Erfolg warten.

Im frostfreien Mai (nach den Eisheiligen) werden die vorkultivierten Pflanzen ins Freiland gesetzt. Im Profi-Gartenbau kommen auf einen Quadratmeter circa 30 Pflanzen. Im Garten sollten einzelne Gruppen gebildet werden, das verstärkt die optische Wirkung der orangefarbenen Fruchtstände. Ein sandiger Boden ist ideal. Pflanzenschutz (düngen und spritzen) ist eigentlich nicht nötig - Physalis ist also eine richtige "Biopflanze".

Unter Glas oder im Folientunnel wachsen Physalis nicht. Oder doch - aber sie vergeilen - wie die Gärtner sagen. Sie werden lang und länger, aber blühen nicht. Was nicht blüht, kann auch nicht fruchten. Und die Früchte sind es schließlich, die begeistern.

Nach dem Verblühen, beginnt der Kelch, sich zu einer Art Blase zu vergrößern; er wächst und schließt noch grün eine orangerote kirschförmige Frucht ein. Daher kommt ihr Deutscher Name "Erdkirsche", "Kap-Stachelbeere" oder "Andenbeere".

Die Frucht: Die kirschenähnliche Frucht, die sich in der dekorativen orangeroten Hülle von Physalis peruviana verbirgt, schmeckt süß-herb bis sehr sauer und fruchtig. Sie enthält reichlich Carotin (500 Milligramm pro 100 Gramm), die Vorstufe des Vitamin A, Vitamin C und Vitamin B. Physalis ist zudem reich an Eisen und Phosphor.

Das ist in der Frucht drin: 100 Gramm Frucht enthalten etwa 50 Kalorien, zwei Gramm Eiweiß, ein Gramm Fett und elf Gramm Kohlenhydrate. Die Kapstachelbeeren kann man roh genießen. Dazu werden die Früchte zunächst aus der Blatthülle gelöst. Außerdem lassen sie sich einfrieren, als Kuchenbelag, Dessert sowie Kompott verwenden.

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